Die 100jährige Geschichte der Baumschule Rinn und der

Heuchelheimer Schneeapfel

Hessische Lokalsorte des Jahres 2003

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Die ”Hessische Lokalsorte des Jahres” wird jährlich durch das Naturschutz Zentrum Hessen - Akademie für Natur- und Umweltschutz e.V. und den Pomologen-Verein e. V., Landesgruppe Hessen, benannt. Gemeinsam will das Organisationsteam auf alte, erhaltenswerte Obstsorten in Hessen aufmerksam machen. Dabei werden jedes Jahr entsprechende Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt und geleistet.

 

Ein Obstbaum entsteht

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Der Heuchelheimer Schneeapfel und die Geschichte einer Baumschule

 Eng verbunden mit der Geschichte und Verbreitung des Heuchelheimer  Schneeapfels ist die Geschichte der Baumschule Rinn.

Die Apfelsorte Heuchelheimer Schneeapfel ist wahrscheinlich als Zufallssämling entstanden. Ihren Namen hat sie aufgrund des schneeweißen Fruchtfleisches, welches nicht braun anläuft. Der Überlieferung nach soll der Mutterbaum auf dem Gelände des Heuchelheimer Kindergartens in der Wilhelmstraße gestanden haben. Er stand dort bereits zur Jahrhundertwende im Vollertrag.

Der Baumwart und Landwirt Philipp Rinn schnitt Edelreiser und vermehrte den Baum.

Im Jahre 1904 gründete Philipp Rinn seine Baumschule in Heuchelheim.

Bis Mitte der 50er Jahre zogen er und sein Sohn Hans Rinn ausschließlich Obstbäume an und verbreiteten unter anderem den Heuchelheimer Schneeapfel. 1966 übernahm der Neffe und heutige Seniorinhaber Horst Ludwig Römer den Betrieb. Er pflegte die alten Apfelsorten mit Begeisterung weiter.

Seine erste Renaissance hat der Schneeapfel 1979 , nachdem ein Bildbericht von H. Maethe über die Baumschule Rinn in der Zeitschrift Deutsche Baumschule erscheint. Maethe bezeichnet die Sorte als gesunden und wohlschmeckenden Apfel und sagte:

Sein Fehler, er müßte erst heute gezüchtet werden und aus den USA. China oder Japan kommen. was gäbe das für einen Renner!

Daraufhin verschickte die Baumschule Rinn Edelreiser und Bäume weit über die Grenzen Hessens hinaus bis nach Weihenstephan. So stehen beispielsweise Bäume in Groß-Umstadt, Geisenheim und seit 1980 steht ein Hochstamm im Gruga-Park in Essen.

Die Baumschule Rinn verlegte 1983 ihren Sitz ins benachbarte Giessener Gewerbegebiet West. Der Betrieb hatte dort schon immer seine größte zusammenhängende Fläche und auch die Verkaufseinrichtungen. Trotz aller Wandlungen von Zeit und Geist, vermehrt er bis heute die schöne, alte Lokalsorte.,

Philipp Rinn

 entdeckte und vermehrte den Heuchelheimer Schneeapfel

Der Schneeapfel, Apfelwein, die Baumschule Rinn & der Römer

Die Baumschule Rinn unterstützt die Aktivitäten um die sogenannte “Apfelweinkultur” in Hessen. Regionale Identität, verbrauchernahe Produktion von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, liegen auf der gleichen Linie wie die eigene Firmenphilosophie.

Heuchelheimer Schneeapfel - Apfelwein bei der Jahrgangspräsentation im Römer

Mehr über Apfelwein im Römer:

www.apfelwein-im-roemer.de

Heuchelheimer Schneeapfel

Fruchtbeschreibung

Form und Größe: variabel, kugelig bis leicht hochgebaut, unten abgeplattet, mittelbauchig, im Querschnitt unregelmäßig, schwach gerippt, mittelgroß bis groß.

Schale:glatt und glänzend, im Lager fettig bis klebrig werdend, unauffällige Schalenpunkte, angenehm duftend, hei Volireife hellgelb bis weißgelb, stiel- und sonnenseits stark rot gestreift und gesprenkelt, bis ¾ der Oberfläche.

Kelchseite:Kelchgrube tief, mittelweit, typ. "kraterförmig", Rand schwach wulstig, Kelch mittelgroß, geschlossen bis halboffen, Kelchblätter breit und kurz, am Grunde getrennt, Kelchhöhle breit trichterförmig bis dreieckig.

Stielseite:Stielgrube eng, tief, feinstrahlig berostet, zimtfarben, Stiel kurz bis mittellang, holzig. braun, am Ende verdickt.

Kernhaus:Gefäßbündel schwach ausgeprägt, flachzwiebelförmig, Kernhauswände bohnenförmig, breit, glänzend, Kerne zahlreich, gut ausgebildet, rundlich-breit, hell kastanienbraun.

Fruchtfleisch:weiß, locker, relativ weich, saftig, leicht säuerlich, ausgewogenes Zucker-Säure Verhältnis, aromatisch, schwacher Duft.

Baumbeschreibung

Standort und Anfälligkeit: anspruchslos an Boden und Klima, auch in höheren Lagen bis 500 m, frosthart, schwach schorfanfällig, kommt ohne Pflanzenschutz und Düngung aus.

Wuchs und Pflege:mittelstark, breitkugelig, wenig verzweigt, einjähriges Holz rötlich, gesundes, heligrünes Laub, konsequenterErziehungsschnitt, später regelmäßig Auslichten.

Blüte und Befruchtung: mitteifrüh bis mittelspät, witterungsunemnpfindlich, Befruchtungsverhältnisse sind nicht untersucht.

Ertrag und Verwendung: Ertrag setzt mittelfrüh ein, Früchte hängen einzeln oder paarweise, Wechsel zwischen sehr hohen und geringen Erträgen, Früchte werden als Tafelobst geschätzt, auch als Wirtschaftsapfel hervorragend geeignet, Fruchtfleisch bleibt auch beim Kochen weiß, besonders für Obstsalat und für sortenreine Säfte und Weine.

Reife: Ende September, in höheren Lagen bis Mitte Oktober, vom Baum essbar, Haltbarkeit bis April, ab Februar Neigung zu Welke und Aromaverlust.

Auszugsweise Wiedergabe des Textes und der Bilder aus dem Faltblatt des Naturschutz-Zentrum Hessen mit dessen freundlicher Genehmigung.

Literaturhinweise:

MAETHE, H.: Einer von vielen - die Geschichte einer normalen Baumschule, Bildbericht in Deutsche Baumschule 11/79, 1979, S. 426-432

MÜHL, F.: Alte und neue Apfelsorten, 4. Aufl. München 2001, S. 255 (Schneeapfel)

KAHL,  S.: Verzeichnis hess. Regional- und Lokalsorten,Wetzlar 2002

KAHL, S.: Die guten alten Äpfel, NZH-Pomologie, Wetzlar 2003 (in Vorbereitung)

Die Geschichte geht weiter

Mittelhessische Obstbaumspezialitäten aus der Baumschule Rinn

wie z.B.: Allendorfer Rosenapfel, Dorheimer Streifling, Gacksapfel, Schafsnase, Jakob Lebel, Rote Sternrenette, Gelber Richard, Mostapfel Hilde, Heuchelheimer Schneeapfel, Siebenschläfer, Kloppenheimer Streifling, Dietzels Rosenapfel ...usw.

Alte, regionale hessische Apfelsorten werden nach wie vor - je nach Verfügbarkeit von brauchbaren Edelreisern - jedes Jahr in der Baumschule Rinn vermehrt  Im Oktober erscheint die Obstsortenliste im Internet. Die Bäume sind als ackerfrische, 3-jährige Hochstämme ab Ende Oktober bis in den April ( solange der Vorrat reicht ) verfügbar, - veredelt und gewachsen in Hessen!

Bitte beachten: Die Baumschule Rinn betreibt keinen Versandhandel!

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