Unsere Baumschule Rinn

Unsere Baumschule Rinn

Was ist und macht eine Baumschule?

Eine Baumschule ist eine Gärtnerei mit besonderen Kulturen. Hier werden Bäume aller Art, Nutz und Ziersträucher kultiviert. Auch die Aufzucht von Rosen gehört ins Fachgebiet der Baumschulgärtner. Diese werden mancherorts auch als “Baumschuler” oder “Baumschulisten” bezeichnet. Eine Gärtnerei oder Baumschule, die ihre Produkt überwiegend an Endverbraucher selbst vermarktet wird auch als sogenannte “Einzelhandelsgärtnerei” bezeichnet. Die produzierende Tätigkeit in einer Baumschule fällt in den Bereich der Landwirtschaft.
Die Baumschule Rinn produziert den weitaus größten Teil ihrer Pflanzen selbst (ca. 70% – bei Apfelbaum- Hochstämmen liegt der Anteil nahezu bei 100%). Etwa 80% werden ab Hof an Endverbraucher selbst vermarktet. Der verbleibende Teil geht überwiegend an Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, ein kleiner Teil an Kommunen.

In der Baumschule Rinn in Gießen erhalten Sie Pflanzen aus gärtnerisch-, handwerklicher Produktion. Diese sind nach den Qualitätsrichtlinien des Bundes deutscher Baumschulen und darüber hinaus nach überlieferten Hausnormen herangezogen worden. Sie sind regelmäßig verschult und haben daurch die beste Anwachswahrscheinlichkeit. Die Baumschule Rinn setzt den Schwerpunkt in der Produktion auf gesunde, kräftige Pflanzen. Solche prägen mit ihrem bereits ausgeprägten Habitus sie einen Garten von Anfang an.

Da unser Sortiment zu über 70 % Eigenproduktion ist, können Sie fast alles ansehen, vergleichen und gleich mitnehmen. Unsere Gärtner sind Verpackungskünstler. Viele Pflanzen werden so verpackt, dass sie in einen normalen PKW passen ohne diesen zu verschmutzten. Größere Teile werden angeliefert.

Grössere Teile und komplette Pflanzensortimente, die sich nicht mehr selbst mitnehmen lassen, werden gegen einen Kostenbeitrag in der Region Mittelhessen mit eigenen Fahrzeugen fachgerecht angeliefert (Grundstücksgrenze). Leistungen hierüber hinaus sind auf Absprache möglich (Transport auf das Grundstück, Vermittlung eines Kranes, usw.)

 

Wir betreiben keinen Versandhandel

D.h. eine Anlieferung per Paketdienst ist nicht möglich, da diese Form des Transports, nach unseren Erfahrungen, den frischen Pflanzen nicht dienlich ist.

Wir bilden aus

In der Baumschule Rinn bieten wir durchschnittlich pro Jahr einen Ausbildungsplatz für junge Leute an, die eine Ausbildung als Gärtner, Fachrichtung Baumschule, absolvieren wollen. Wir bieten spannende und abwechslungsreiche Tätigkeiten und eine gute Betreuung.

Wie kann ich mir sicher sein, dass diese Ausbildung zu mir passt?

Gerne kannst du dich bei uns genauer informieren, wie die Ausbildung abläuft und was die Tätigkeiten im Betrieb sind. Weiter unten haben wir beschrieben, was wir machen und was du bei uns lernen kannst. Wenn immer noch Fragen sind, kannst du anrufen oder vorbei kommen. Aber warum probierst du es nicht mit einem Praktikum bei uns? Gerne kannst du (auch im Rahmen eines Schulpraktikums) mit uns zusammen den Arbeitsalltag kennen lernen und gucken, ob diese Ausbildung zu dir passen könnte.

Wenn du dich als Auszubildender bei uns bewerben willst, schicke uns per Post oder Mail eine Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf.

Was macht man in einer BaumSCHULE?

Was wird denn bei uns unterrichtet? Diese Frage hören wir öfters – nicht nur von jungen Leuten. Der Begriff „schulen“ oder „aufschulen“ bedeutet, Pflanzen in den Boden einzupflanzen. In einer Baumschule werden also Jungflanzen auf dem Feld angebaut um sie, wenn sie älter und größer sind, als fertige Bäume und Büsche zu verkaufen.
Im Gegensatz zum Gartencenter (das nur Verkauft) oder dem Staudengärtner (der meist ausschließlich mit Töpfen arbeitet) oder dem gartengestalter (welcher Pflanzen in Gärten anlegt und pflegt) produziert und verkauft eine Baumschule die Pflanzen.

Was kannst du bei uns machen?

Die Baumschule Rinn ist inzwischen eine von wenigen Baumschulen, die sich nicht allein auf ein Fachgebiet spezialisiert hat. Wir produzieren einen großen Teil unserer Waren und verkaufen sie auch selbst. So hast du die Möglichkeiten, viele verschiedene Bereiche des Baumschulgärtners in unserem Betrieb mitzuerleben und herauszufinden, welche Tätigkeiten dir am meisten Spaß machen.
In unserem großen Sortiment kannst du dir ein breites Pflanzenwissen aneignen. Im Verkauf hast du viel mit Menschen zu tun. Gerade beim Dekorieren und Präsentieren der Pflanzen kannst du kreativ tätig werden und mithelfen, dass sich unsere Kunden ihren Traumgarten verwirklichen können.
Aber auch der Anbau und die Pflege unserer Ware sind vielfältig. Sowohl auf dem Feld als auch in der Vermehrung hast du es mit den unterschiedlichsten Pflanzen und Arbeitsweisen zu tun. Wann und wie wird ein Baum geschnitten? Wie schützt man vor Schädlingen? Wie vermehrt man Pflanzen? All das lernst du bei uns.
Inner- und außerhalb des Betriebes kannst du ebenfalls verschiedene Maschinen bedienen und steuern lernen. Vom Traktor über den Radlader, Laster, Gabelstabler und noch viele weitere Geräte lernst du unseren Maschinenpark kennen.

Aber nicht nur im Betrieb, auch außerhalb kannst du Arbeitserfahrung und Wissen sammeln. Beim Ausliefern der Ware, dem Einkauf auf dem Großmarkt kommen noch mal ganz neue Aufgaben auf dich zu, als im Betrieb. Auch bei Bepflanzung von Privatgärten und Firmengrundstücken lernst du, Gärten zu gestalten und den passenden Baum für die unterschiedlichen Lagen zu finden.

Wir möchten, dass du viel Wissen während deiner Ausbildung bei uns mitnimmst. So helfen wir beim Bewältigen des Schulstoffes, bereiten mit auf Prüfungen vor und zeigen dir vor allem im Arbeitsalltag, wie du die Theorie in die Praxis umsetzen kannst.

Auch kannst du von unserem Fachwissen profitieren. Die Baumschule Rinn hat einen großen Schwerpunkt in der Produktion von Obst, besonders von Apfelbäumen. Lerne von unserem Fachmann die hohe Kunst des Veredelns oder tauche ein in die Sortenvielfalt der Äpfel.

Was solltest du Können?

Wenn du bei uns anfangen möchtest, musst du nicht jede Pflanze und ihren Lieblingsstandort kennen – das lernst du ja bei uns. Du solltest Pflanzen aber gerne haben und dich für sie interessieren. Und bereits vorhandenes Wissen ist immer von Vorteil. Weiterhin solltest du es schön finden, draußen an der frischen Luft zu arbeiten. Der Spruch heißt nicht umsonst „nur die Harten kommen in den Garten“. So mancher Büromensch beneidet uns im Mai, wenn wir unter sonnigen Himmel die ganze Zeit draußen sind. Das bedeutet aber auch, im Hochsommer zu schwitzen und in der kalten Jahreszeit auf dem nassen und kalten Feld zu arbeiten. Aber keine Sorge, wir machen das auch schon seit Jahren und uns geht es gut.
Außerdem solltest du körperlich fit sein – oder es werden. Inzwischen wird die Arbeit von vielen Hilfsmitteln und Maschinen erleichtert. Es gibt aber immer noch viel Muskelkraft einzusetzen. Auch solltest du gut mit anderen Menschen zusammen arbeiten können. Viele unserer Aufgaben kann man nur im Team bewältigen. Und unsere Kunden sollen sich ja auch bei uns wohl fühlen.

Speierling unsere besondere Spezialität

Speierling unsere besondere Spezialität

Seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts kultivieren wir den Speierling, um diesen seltenen, damals vom Aussterben bedrohten Baum, zu erhalten.

Viel Informatives dazu findet sich in der Diplomarbeit von Siegfried Koch. Er hat uns freundlicherweise gestattet, dies hier auszugsweise wiederzugeben.

Von: Dipl. Ing. Siegfried Koch,  Unter der Linde 1, 35096 Weimar – Roth
Die folgenden Informationen zum  Thema Speierling (Sorbus domestica) sind aus meiner Diplomarbeit  entnommen und  sollen dazu beitragen, den gefährdeten Speierling vor dem Aussterben zu bewahren. E-Mail mail@sikoch.de

Der Speierling

Der Speierlingbaum (Sorbus domestica) ist  ein Charakterbaum der Frankfurter Obstbaulandschaft, denn der Saft aus seinen  Früchten wird teilweise dem hessischen Apfelwein zwecks Klärung, Haltbarmachung und Geschmacksverbesserung zugegeben. Die Zahl der hessischen Speierlingbäume in  Obstwiesen beträgt derzeit etwa 500 Exemplare. Der Bestand ist wegen fehlender  Nachpflanzung und Überalterung sehr bedroht.

Merkmale des Speierlings zur eindeutigen Bestimmung:

BLÄTTER: gefiedert
RINDE: rauh und borkig, Ähnlich  einem Birnbaum (die Eberesche dagegen bleibt sehr glatt)
WUCHS: Ähnelt dem Birnbaum, wird im  Freistand etwa 15 m hoch, in der Jugend schmaler  Wuchs, im Alter bis 200 Jahre, mehr breit als hoch
KNOSPEN: kurz, grünlich und klebrig, dagegen hat die Eberesche längere braun-rote und behaarte Knospen
FRÜCHTE: hängen in Büscheln, sind  birnenförmig oder seltener apfelförmig, 2 – 4 cm lang und breit, sonnenseits gerötet oder schorfartig bereift, früh (Ende August) oder spätreif (Mitte  Oktober), in der Vollreife werden sie braun und morsch und sind dann essbar.

 

Welche Vorteile hat der Speierlingbaum für die Natur und Umwelt?

Er ist ein grossrahmiger Baum , der viel Struktur in die Kulturlandschaft bringt. Er bietet  Lebensraum für viele Tiere.  Der Speierling eigent sich hervorragend für die menschliche Nutzung da er eine extensive, d.h. pflegearme Obstkultur ermöglicht. Spritzmitteleinsatz und  aufwendige  Schnittmassnahmen sind überflüssig. Die Früchte werden von vielen  Tieren (von Amsel bis Wildschwein) gerne verzehrt, jedoch erst wenn sie für den  menschlichen Verzehr unbrauchbar, weil abgefallen und überreif, sind. Der  Speierlingbaum ist wegen seiner Höhe bevorzugter Nistbaum für Greifvögel. Er ist  ein wichtiger Rohstoff für eine landestypische, umweltfreundliche und qualitativ hochwertige Apfelweinherstellung. Der Speierling ist ein Teil der heimischen Flora und sollte wegen der Erhaltung der Artenvielfalt geschont und gefördert  werden.

Welche Vorteile hat der Speierlingbaum für den Menschen?

Speierlingfrüchte sind sehr gesucht und  bringen beim Verkauf mindestens DM 80,00 /Zentner.  der Bedarf an  Speierlingfrüchten ist erheblich höher als sein Angebot. Der Zeitaufwand für den Anbau ist sehr gering und beschränkt sich nur auf die Erntezeit. Die Erträge setzen nach 10  Jahren ein und bleiben etwa 100 Jahre bei ca. 200 kg/jährlich. Die Keltereien können durch die Speierlingsaftzugabe (gerbstoff- und säurereich) ihre Apfelweinproduktion umweltfreundlicher  gestalten (weniger chemische Hilfsstoffe). Der Konsument erhält ein natürliches und bekömmliches Getränk.  Die“echte“Speierlingapfelweinproduktion kommt dem steigenden  Qualitäts- und Umweltbewusstsein der Konsumenten entgegen und steigert die Konkurrenzfähigkeit  der Unternehmen. Ein wichtiger Aspekt ist die Bereicherung der  Landschaft durch die Speierlingbäume, denn sie steigern durch ihre Struktur und Raumwirkung die  Erlebniswirkung für Erholungssuchende. Alte Speierlingbäume sind Zeugen der  Vergangenheit und als wirtschaftlich anbauwürdiges Kultur gut Wert erhalten zu bleiben.

Pflanz- und Pflegeanleitung

Jungpflanzen können bei den unten  aufgeführten Baumschulen bezogen werden. Zur Pflanzung  möglichst kleine Pflanzen  verwenden. Kleine Pflanzen (ca. 1.20 m) können auch ohne Erdballen gepflanzt  werden. Wegen den empfindlichen Wurzeln sind Kontainerpflanzen oder Pflanzen mit  Erdballen vorzuziehen. Zur Pflanzung darf kein Torf oder Dung verwendet werden.  Die Jungpflanzen müssen mit Verbißsschutz (Drahtmanschette) und Pfahl versehen werden . Der  Speierling bevorzugt kalkhaltige, warme Böden ohne Staunässe. Bei  der Pflanzung gibt es noch einige Ausfälle. Nach dem Anwachsenn ist der Speierling sehr widerstandsfähig, wüchsig und  bringt bis ins hohe Alter  regelmässige Erträge. Lediglich zum Bremsen des Höhenwachstums können einige Äste gekappt werden. Veredelungen von grossfrüchtigen Sorten auf Speierlingssämlinge  bringen frühe und hohe Erträge. Auf Weissdornunterlagen ist der Baum auf Dauer  nicht standfest genug (kippt um). Veredelungen auf Ebereschen sind ungeeignet.
Baumschulen die  Sorbus domestica in ihrem Sortiment führen:
Baumschule WEIL, Am Selztalbahnhof 3, 55218  Ingelheim06132/1665
Baumschule APPEL, Brandschneise 1, 64295 Darmstadt 06155/4081 (-83)
Baumschule RINN, Heuchelheimer Str. 129, 35398 Giessen 0641/62850
Baumschule LÄDEMANN, Am Poloplatz, 60528 Frankfurt-Niederrad
Aus : Diplomarbeit “ Speierling “ 1985 Siegfried Koch FH Wiesbaden/Geisenheim
©29.11.98, Siegfried  Koch